Was gibt es im MoMA von New York zu Jahresbeginn zu sehen?

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Was gibt es im MoMA von New York zu Jahresbeginn zu sehen?

Diesen Winter beherbergt das Museum of Modern Art (MoMA), der Tempel der Modernen Kunst, zwei seltene Ausstellungen, die zwei Ausnahmekünstler in den Mittelpunkt stellen: den Bildhauer Brancusi und den Allround-Künstler Bruce Nauman.

Was gibt es im MoMA von New York zu Jahresbeginn zu sehen?

„Constantin Brancusi Skulptur“: Die Form des Neuartigen

Als Constantin Brancusi 1913 seine Werke in Amerika in New York zeigte, existierte das MoMA noch nicht. Jetzt würdigt diese Hochburg der Kunst den französischen Künstler rumänischer Abstammung, der 1957 starb. Fotografien, nie gezeigte Archivdokumente, Filme und Zeichnungen geben Aufschluss über die Skulpturen eines mehr als 30-jährigen Schaffensprozesses. Elf Skulpturen werden zum ersten Mal gemeinsam gezeigt. Einige sind nur sehr selten in der Öffentlichkeit zu sehen.

Diese Retrospektive zeigt die Einzigartigkeit des Menschen. Der Künstler zählte sich keiner Strömung zugehörig, hatte aber Kontakte zu den großen Namen der Pariser Kunstszene der damaligen Zeit – Modigliani, Rodin, Matisse, Le Douanier Rousseau. Er hebt sich durch die „taille directe“, also die sichtbare Bearbeitung des Materials am unbearbeiteten Materialblock, hervor. Ohne vorbereitenden Entwurf gestaltete er aus Holz, Stein oder Marmor Formen, die zugleich klassische Linien und moderne Abstraktion vereinen.

Zu sehen ist unter anderem eine der Versionen der sogenannten Colonne sans fin (Die endlose Säule). Die Wiederholung des Motivs – eine abgeschnittene Doppelpyramide oder ein rhombenförmiges Element, je nach der vom Auge wahrgenommenen Einheit – erzeugt eine hypnotische Wirkung. Nicht weit davon spreizt Le Coq (1924 - Der Hahn) stolz seinen Kamm und zeigt seine scharfen Kanten aus polierter Bronze und vermittelt den Eindruck von ungewöhnlicher formeller Perfektion.

Constantin Brancusi Skulptur
Bis 18. Februar 2019
The Museum of Modern Art
18 West 54 Street, Manhattan
New York 10019
Vereinigte Staaten
www.moma.org/calendar/exhibitions/3933

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Was gibt es im MoMA von New York zu Jahresbeginn zu sehen?

„Bruce Nauman: Disappearing Acts“, ein Prozess

Nach dem Museum Schaulager in Basel letzten Sommer ist nun das MoMA an der Reihe, die umfassendste Ausstellung zur Arbeit des amerikanischen Künstlers, der 1941 in Indiana geboren wurde, zu zeigen. Bruce Nauman ist heute eine emblematische Figur der Modernen Kunst und eines der fruchtbarsten Vorbilder für die junge Künstlergeneration. Als Bildhauer und Videokünstler nimmt er uns seit mehr als 50 Jahren mit ins Universum des Schaffens. Er legt dabei den Schwerpunkt mehr auf den kreativen Prozess als solchen als auf das fertige und nicht hergestellte Werk.

Diese Ausstellung mit dem Titel „Disappearing Acts“ zeigt in verschiedenen Erscheinungsformen das, was Bruce Nauman den „Rückzug in der Eigenschaft als Kunst“ bezeichnet, ein Begriff, der mit den Fragen des Verschwindens, der Ablenkung und der Täuschung anhand verschiedener Materialien verbunden ist. Der Künstler lädt den Betrachter sowohl bildlich als auch wörtlich zum Verständnis dieser Idee des Verschwindens und des Verlustes ein. So „löst sich der Körper in Fragmente auf, Mittelpunkte leeren sich, Stimmen sind aus versteckten Lautsprechern zu hören und der Künstler erscheint nur als negativer Raum“. Diese Idee wird in Skulpturen, Fotografien, Installationen und Videos zum Ausdruck gebracht ... Eine Ausstellung, die der Besucher als alles einnehmende und metaphysische Erfahrung erlebt, in die man vollständig eintaucht, und das mitten in New York.

Bruce Nauman: Disappearing Acts
Bis 25. Februar 2019
MoMA PS1
22-23 Jackson Avenue, Long Island city
New-York 11101
Vereinigte Staaten
www.moma.org/calendar/exhibitions/3852